Zeitzeugengespräch am AMG

Bleib nicht stumm…“.

Dieses Postulat des Leitfadens der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur für Zeitzeugengespräche war das Motto des dreitägigen Vorbereitungsworkshops für die von Dr. Andrea Kolpatzik organisierte diesjährige Angebotsfahrt in der Jahrgangsstufe EF nach Berlin.

„Erfahren, was Sache ist?“

Den Auftakt des Workshops machte das von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur finanziell geförderte Zeitzeugengespräch mit dem Ehrenvorsitzenden des bayerischen Geschichtslehrerverbandes Willi Eisele. Der inzwischen pensionierte Schulleiter  organisierte seit 1973 als Lehrer in Bayern Lehrerexkursionen und Klassenfahrten in die DDR. In einem lebendigen Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern berichtete Willi Eisele von organisatorischen Herausforderungen, der Wahrnehmung der DDR durch die Jugendlichen und Beobachtungen durch den Staatssicherheitsdienst. In der anschließenden Reflexion sensibilisierte Praxissemesterstudent Alexander Baimann die Schülerinnen und Schüler für die Subjektivität und Ausschnitthaftigkeit persönlicher Erfahrungsberichte.

Und was hat das mit mir zu tun?

Dass DDR-Geschichte auch in Beckum und Umgebung sichtbar ist, wurde den Schülerinnen und Schülern durch einen Besuch des Stadtmuseums Münster im Rahmen einer Tagesexkursion deutlich. Die aktuelle Sonderausstellung „Tag X 1948 – 70 Jahre Währungsreform“ des Stadtmuseums Münster interpretierte in einem lokalgeschichtlichen Zugriff die Einführung der D-Mark am 20. Juni 1948 als vermeintlichen Ursprung des sogenannten „Wirtschaftswunders“ und der „Teilung Deutschlands für über vier Jahrzehnte“.

„Bild Dir Deine Meinung!“

Welche Aspekte der DDR werden in Massenmedien und Museen erinnert? Welche werden vergessen? Aus welchem Grund? Der Vorbereitungsworkshop hat bei den Schülerinnen und Schülern viele Frage aufgeworfen, denen sie im Rahmen der mehrtägigen Exkursion in die „Medien- und Gedenkhauptstadt“ Berlin in Begleitung der Geschichtslehrer Dr. Andrea Kolpatzik und Christian Voss sowie des Studienreferendars Christopher Hoffmann vom 24. bis 28. September 2018 nachspüren werden.