Lateinisch

Warum eine alte Sprache lernen, die heute keiner mehr spricht? Dazu gibt es nicht eine, sondern mindestens zehn Antworten! Diese wollen wir Ihnen und Euch, liebe Eltern und SchĂŒler, hier vorstellen. Doch zunĂ€chst ein Wort vorweg:

Der Wert einer Sprache bemisst sich bei weitem nicht daran, ob sie noch gesprochen wird oder nicht!

Sprachen lernen ist in, egal ob „lebendige“, „tote“ oder sogar erfundene! Ganze Fangemeinden vom Herrn der Ringe z. B. lernen mit Eifer die Sprache der Elben, die TOLKIEN -ĂŒbrigens auch mit Hilfe des Latein- erschaffen hat. Aber jetzt zu Latein:

Latein am AMG macht Spaß!
Staubtrockener Unterricht gehört auch in Latein der Vergangenheit an! BĂŒcher und Arbeitsmaterialien sind optisch ansprechend und abwechslungsreich gestaltet. Moderne Medien, wie Computer, Internet, Filme und digitale Formen der PrĂ€sentation gehören ebenfalls dazu. Auch Projektarbeit steht auf dem Plan: Die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler basteln z. B. Brettspiele zu den Irrfahrten des Odysseus, fĂŒhren Theatersketche und ein KostĂŒm-Casting fĂŒr das beste Götteroutfit durch, erstellen -wie Harry Potter- eigene ZaubersprĂŒche, fahren ins Römermuseum nach Xanten und arbeiten mit ansprechenden Spielfilmen und Dokus.
Latein und das antike Rom kommen auch in Bestsellern und Blockbustern vor, wie z. B. Hercules, Troja oder Die Tribute von Panem – und werden daher auf jeden Fall thematisiert! Ein gemeinsamer Kinobesuch mit dem Kurs kann da schon mal den gelungenen Abschluss bilden.

Griechisch und Latein – Europas Sprachen Nr. 1
Latein ist -nach Altgriechisch- die große Sprache Europas, in der die Menschen fast 2000 Jahre gesprochen und geschrieben haben. Latein sprach man zur Zeit des römischen Kaiserreichs von Portugal bis in den Irak und von Tunesien bis hinauf nach Holland – Latein war Weltsprache!
Latein lebt in den romanischen Sprachen fort und fast der gesamte Wortschatz dieser Sprachen (80%!) entstammt dem Latein. Auch der englische Wortschatz besteht zu 60% von lateinischen abgeleiteten Wörtern. Latein ist also die Basissprache Europas!

Latein – ein reichhaltiges Buffet und fĂŒr jeden was dabei!
In Latein gibt ein wahres Buffet literarischer Texte: Sie reichen von hochstilisierter Prosa und großartiger Dichtung bis hin zu Inschriften auf GrĂ€bern, Tempeln, Triumphbögen sowie witzigen und derben Wandmalereien. Dazu kommen ĂŒberlieferte TheaterstĂŒcke von Komödien und Tragödien sowie anspruchsvolle Philosophie und Theologie. Außerdem gibt es noch politische Schriften ĂŒber Staat und Gesetze.
( Link zum aktuellen Lateinlehrplan)

Latein? Kann jeder lernen!
„Latein ist sooo schwer!“ Stimmt nicht: Latein ist nicht schwieriger zu erlernen als andere moderne Fremdsprachen! Den SchĂŒlern kommt Latein sogar entgegen, denn:

‱ im Lateinunterricht muss man nicht Latein sprechen. Der Unterricht findet auf Deutsch statt. Übungen, in denen lateinische SĂ€tze gebildet werden, kommen in Arbeiten nicht mehr vor.
‱ Latein schreibt man, wie man es ausspricht. Rechtschreibprobleme gibt es also kaum.

Latein – antike Geschichte all inclusive!
Mit Latein stellen wir uns an die Wiege Europas und sehen, woher unsere Kultur kommt. Wir erfahren, wo und wie die Menschen in der Antike gelebt haben, wie ihre StÀdte und LÀnder organisiert und regiert wurden, welche Dinge sie erfunden und gebaut haben, wie ihr kulturelles Leben aussah und woran sie glaubten.

Latein – total philosophisch!
In dieser Sprache sind auch viele philosophische Fragen und Gedanken der Menschen ĂŒberliefert und versetzen uns immer wieder in Staunen, wenn wir sie mit unseren heutigen Fragen vergleichen, z. B.: Auf welche Weise ist die Welt entstanden? Wie kann ich glĂŒcklich und ein guter Mensch werden? Was ist gut, was ist böse? u. s. w. Dabei werden die Fragen natĂŒrlich altersgemĂ€ĂŸ fĂŒr die jeweilige Stufe aufbereitet und in angemessener Weise thematisiert.

Latein hat System!
Mit Hilfe von Latein werden Gesetze, Struktur und Funktion von Sprache optimal erlernt! Das gesamte Fachvokabular der Grammatik wird im Lateinischen von Anfang an grĂŒndlich eingeĂŒbt und durch stĂ€ndige Anwendung gefestigt. Die SchĂŒler erwerben damit eine hohe Sicherheit und Kenntnis von den Gesetzen der Grammatik – auch fĂŒr alle anderen Sprachen! Egal, ob Subjekt, Adjektiv oder Konjunktiv – Lateiner haben’s drauf!
Damit ist Latein zugleich ein super Trainer fĂŒr die eigene Muttersprache!

Latein: diszipliniert und effektiv Lernen lernen!
Nicht zu guter Letzt: In Latein lernt man auch richtiges und diszipliniertes Lernen durch verschiedenste Formen des Übens – ein super GedĂ€chtnistraining und Ă€ußerst effektives Gehirnjogging! Denn auch das ist nachgewiesen: Sprachen lernen hĂ€lt das Gehirn fit, da es nachweislich das Gehirn positiv trainiert, die Konzentration steigert und KreativitĂ€t und analytisches Denken fördert.

Latein – Sprache des christlichen Glaubens
Latein wurde auch Sprache der christlichen Religion. Aus dieser Begegnung sind Gebete, Gedichte und sakrale Musik (siehe Gregorian Chant) erwachsen, die eine tiefe SpiritualitĂ€t und Faszination ausstrahlen, und somit ebenfalls Kunst und Kultur in kaum vorstellbarem Maß beeinflusst haben.

Latein – auch nach der Schule mehr als hilfreich!
Das Latinum bescheinigt dem Inhaber die Erlangung verschiedener Kenntnisse und Fertigkeiten, die fĂŒr viele StudiengĂ€nge eine wichtige Voraussetzung darstellen. Latein ist auch hier die Fundamentalsprache aller Wissenschaften, da sehr viele Begriffe aus dieser Sprache kommen! Gute Kenntnisse des Latein ermöglichen daher eine weitaus schnellere Aneignung von Fachbegriffen, die z. T. fĂŒr ganze Theorien stehen.

Latein bleibt auch in Zukunft an den UniversitĂ€ten fĂŒr viele StudiengĂ€nge eine notwendige oder zumindest gewĂŒnschte Voraussetzung. Dazu gehören auf jeden Fall: die romanischen Sprachen, Geschichte, ArchĂ€ologie, Theologie, Philosophie, Kunstgeschichte, u. a. Konkrete und genauere Informationen geben die einzelnen UniversitĂ€ten auf ihren Webseiten bekannt. Eines sollte man nicht vergessen:

Der nachtrĂ€gliche Erwerb des Latinums an einer UniversitĂ€t stellt eine große Herausforderung dar! Warum? An der Uni muss das Latinum in 1 Âœ Jahren (!) durch eine staatliche ErgĂ€nzungsprĂŒfung zum Abiturzeugnis nachgeholt werden. Das bedeutet eine Menge mehr an Arbeit in der Woche zusĂ€tzlich zu den eigentlichen Pflichtveranstaltungen des jeweiligen Faches, das man studieren möchte. Das kostet natĂŒrlich Zeit, was schließlich auch zu einer VerlĂ€ngerung der Studiendauer fĂŒhren kann und damit auch mehr Kosten fĂŒr das Studium verursacht.