Exkursion nach Verdun

„Dieser Krieg ist die Hölle!“ Fachschaft Geschichte erkundet Verdun als deutsch-französischen Erinnerungsort

„Mann gegen Mann, Würgegriff gegen Würgegriff“. Folgt man dem Historiker Gerd Krumeich, Experte für den Ersten Weltkrieg, dann gilt die Schlacht um Verdun im Jahr 1916 zwischen deutschen und französischen Soldaten als „Inbegriff sinnlosen Gemetzels“. Über 300 000 Soldaten ließen in der zehn Monate währenden Schlacht um Verdun ihr Leben. Doch Geländegewinn brachte diese nicht. Stattdessen brannten Wälder, tiefe Granattrichter pflügten die Landschaft um und Dauerbeschuss zerstörte neun Dörfer. Doch nicht Voyeurismus, sondern Wissbegierde zog die Lehrerkolleginnen und –kollegen der Fachschaft Geschichte des Albertus-Magnus-Gymnasium Beckum am Wochenende vom 2. bis 4. Februar 2018 nach Frankreich. Die von Dr. Andrea Kolpatzik organisierte schulinterne Fortbildung widmete sich Verdun als deutsch-französischem Erinnerungsort. Warum?

„Verdun ist das, was ich eine totale Schlacht nenne. Am 21. Februar 1916 eröffneten die Deutschen aus 1250 Rohren ein neunstĂĽndiges Trommelfeuer: Das hatte die Welt noch nie erlebt. Einzigartig an Verdun ist aber vor allem diese Kombination aus modernster Fernartillerie und archaischsten Formen des gegenseitigen Tothauens. Der Feind war fast immer in Sichtweite, hier kämpfte Mann gegen Mann, WĂĽrgegriff gegen WĂĽrgegriff. Mit KnĂĽppel, Messer, Spaten als bevorzugte Mordwerkzeuge – und das unter Beschuss durch die modernsten Waffen, die es damals gab: Flammenwerfer, Giftgas, schwere Artillerie, Jagdflieger“, resĂĽmierte der Historiker Gerd Krumeich am 16. Februar 2016 in einem Interview mit Spiegel Online.

In der dreitägigen Exkursion zum Kriegsschauplatz besuchten die Geschichtslehrer Elisabeth Janßen, Andrea Kolpatzik, Jochen Tönsgerlemann, Christian Voß, Hanna Zicholl und Studienreferendar Christopher Hoffmann das am 25. Februar 1916 von deutschen Soldaten eroberte Fort Douaumont, die damals erbittert umkämpften Geländepunkte „Höhe 304“ und „Toter Mann“, das sogenannte Beinhaus von Douaumont – eine französische Grabstätte für über 130 000 nicht identifizierbare gefallene französische und deutsche Soldaten –, sowie das „Mémorial de Verdun“, Museum und Gedenkstätte der Schlachtfelder von Verdun.