Exkursion nach Braunschweig zur Aufführung „Nathan der Weise“

Am 7. Februar 2020 fuhren wir – die beiden Deutsch Leistungskurse der Q1 von Frau
Denkhaus und Frau Löwen – nach Braunschweig. Anlass war der Besuch des Theaterstückes Nathan der Weise von Gotthold Ephraim Lessing, ein Plädoyer für Humanität und Toleranz
im Zeichen der Aufklärung.
Vorab hatten alle Schülerinnen und Schüler bereits eine Stadtführung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt Braunschweig vorbereitet, sie führte unter anderem vorbei
am Schloss, am Rathaus und an wichtigen Stationen aus Lessings Leben.
Am frühen Abend machten wir uns dann auf den Weg zum Staatstheater, um uns zunächst eine Einführung zum Theaterstück anzuschauen. Dabei erhielten wir noch einmal vertiefende Informationen zur Entstehungsgeschichte des Stückes sowie zu dessen Umsetzung in der aktuellen Inszenierung.
Die zweistündige – gekürzte – Aufführung begann um 19:30 Uhr im Großen Haus und thematisierte den Toleranzgedanken in Bezug auf die drei Weltreligionen. Selten war eine mehr als 200 Jahre alte Literaturvorlage so aktuell. Der Regisseur Martin Nimz übertrug das Geschehen in die Zeitlosigkeit: die zeitlose Suche nach Menschlichkeit. Seine Gestaltung auf der Bühne war ausgesprochen schlicht und schmucklos, die drei Weltreligionen Judentum, Islam und Christentum wurden durch verschiedenfarbige Armbinden dargestellt. Die Schauspieler waren einheitlich mit weißen
Hemden bekleidet, was zusammen mit den Armbinden verdeutlichte, dass es keine verschiedenen Menschen, sondern nur verschiedene Religionen gibt. Letztlich sind wir alle
gleich, egal welcher Religion wir angehören. Zum Ende der Aufführung wurden die Armbinden abgelegt und der Mensch selber trat in den Vordergrund, Vorurteile wurden abgestreift und Freundschaften über die Konfessionsgrenzen hinweg konnten geschlossen werden.
Die Idee, Filmsequenzen mit Kriegsszenen aus dem Nahen Osten auf eine Betonmauer auf der Bühne zu projizieren, hat sehr beeindruckt. Sie zeigten, dass die Situation wie sie im
Nathan beschrieben wird, nach wie vor aktuell ist. Das Stück soll dazu aufrufen, alle Religionen als gleichwertig anzusehen, da es grundsätzlich keine einzig wahre Religion gibt. Die moderne Interpretation begeistert auch noch ein Jahr nach der Premiere
Theaterbesucher und Schulklassen. Am späten Abend fuhren wir erschöpft, aber vom Tag zufrieden zurück. Insgesamt hat das
Stück unsere Erwartungen übertroffen und stellte einen schönen Abschluss unseres Unterrichtsthemas dar.