AMG Beckum veranstaltet öffentlichen Themenabend zu „Fake News und Populismus“

Populismus ist ein gängiger Begriff. Doch was meint er eigentlich? In der Politik ist dieser Begriff ein Stigma, das den politischen Gegner oder andere Parteien diffamiert. In der Wissenschaft dient er zur Beschreibung spezieller Programme, Positionen oder Kommunikationsformen. Deutlich wird: Populismus ist voller Emotionen und Wertungen. Die mit dem Populismus-Begriff einhergehenden Assoziationen reichen von „Stammtisch-Niveau“ bis zu „Demagogie“. Doch lässt sich Populismus wirklich so einfach auf eine plakative Formel bringen?

Dieser Frage spüren Oberstufenschüler des Albertus-Magnus-Gymnasium Beckum (AMG) in einem öffentlichen Themenabend zu „Fake News und Populismus“ nach. Am Montag, 25. Februar 2019, findet unter der Regie des Geschichtskurses von Dr. Andrea Kolpatzik von 18 Uhr bis 20.30 Uhr in der Aula des AMG Beckum nach pointierten Impulsvorträgen und Best-Practice-Beispielen zum Umgang mit populistischen Forderungen in Politik und Medien eine einstündige Podiumsdiskussion mit Politikern und Medienvertretern aus der Region über Populismus statt. Auf dem Podium sitzen neben Bürgermeister Dr. Karl-Uwe Strothmann, dem Bundestagsabgeordneten Bernhard Daldrup (SPD) und dem Landtagsabgeordneten Henning Rehbaum (CDU) auch Kai Braunert (Bündnis 90 / Die Grünen), Gregor Stöppel (FWG) und Stefan Clauser (lokaler Redaktionsleiter „Der Glocke“). Moderiert wird die Podiumsdiskussion vom Journalisten Andreas Wartala (Westfälischer Anzeiger).

Die Vorbereitungen für diesen Themenabend laufen auf Hochtouren: Seit sechs Wochen engagieren sich die Gymnasiasten für die Organisation der Veranstaltung – auch am Wochenende. Die Entwicklung des Programms, Vorgespräche mit den Referenten, Sicherstellung des Caterings, die Schüler von Dr. Andrea Kolpatzik absolvieren derzeit ein straffes Programm. „Ein solches außerunterrichtliches Engagement ist nicht selbstverständlich und deshalb gar nicht hoch genug zu bewerten“, freut sich Schulleiter Dr. Juri Rolf über den Eifer seiner Pennäler.

Die 16-jährige Schülerin Christina Hesseler erläutert die Motivation ihres Geschichtskurses: „Der Umgang mit Populismus ist ein wichtiges Thema. Es ist gut, wenn wir mit Politikern und Medienvertretern darüber diskutieren können, wie wir populistischen Argumentationen kritisch begegnen können“.

Die Idee zu diesem Themenabend über „Populismus“ ist übrigens aus einer Unterrichtsreihe zu „Volk“ und „Nation“ als Schlüsselkonzepte deutscher Identitätsbildung im 19. und 20. Jahrhundert erwachsen – leitet sich Populismus doch vom lateinischen Begriff populus (Volk) ab. Dass die Oberstufenschüler von Dr. Andrea Kolpatzik Quellenkritik und reflektierte Urteilsbildung auch abseits des Klassenraums betreiben, ist keine Seltenheit. Zuletzt verbrachten 25 angehende Abiturienten im Rahmen einer freiwilligen Exkursion ein Wochenende in Leipzig, um in Ergänzung des Unterrichts am Beispiel dieser historisch mehrfach aufgeladenen Stadt den Stellenwert von „Volk“ und „Nation“ für Identitätsbildung zu untersuchen: Denn bei Leipzig tobte 1813 nicht nur die „Völkerschlacht“, sondern konstituierte sich im Rahmen der sogenannten Befreiungskriege gegen Napoleon auch ein Nationalbewusstsein. In der „Friedlichen Revolution“ in der DDR im Jahr 1989 erhob sich dann „das Volk“ gegen die SED-Herrschaft. Fachkundige Unterstützung bei der Analyse der unterschiedlichen Deutungen der Jahre 1818 und 1989 erhielten die Gymnasiasten von Dr. Frank Britsche, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Universität Leipzig. Die Exkursion nach Leipzig ­– nicht die schlechteste Vorbereitung also auf den anstehenden Themenabend zu „Populismus“.